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Hotelplan hat gut bestanden

Hotelplan Group4. März 2003
Hotelplan Group

Das Geschäftsjahr vom 1. November 2001 bis 31. Oktober 2002 war geprägt von schwierigen Marktverhältnissen und einem Umsatz-rückgang. Dennoch konnte der Hotelplan Konzern den Betriebsgewinn EBIT mit 29,54 Millionen Franken auf Vorjahresniveau (CHF 29,50 Mio.) halten. Der Gesamtumsatz sank um 7,7 Prozent auf 2,112 Milliarden Franken. Analog hat sich das Passagieraufkommen um 6,4 Prozent reduziert. Im Berichtsjahr reisten 2 372 608 Gäste mit Hotelplan. Erfreulich entwickelten sich die Ausland- und Tochtergesellschaften. Steuerlich bedingt sank der Konzerngewinn um 11 Prozent auf 20,0 Millionen Schweizer Franken. Mit 271,9 Millionen Franken erreichten die liquiden Mittel einen neuen Höchststand.

Umsatz und Passagiere rückläufig – Auslandgeschäft im Aufwind

An der Bilanzmedienkonferenz vom 4. März 2003 hat die Hotelplan-Spitze unter der Führung von Konzernchef Claus M. Niederer das trotz Widrigkeiten positive Konzernresultat präsentiert. Auch Hotelplan musste einen Umsatzrückgang hinnehmen. Er betrug 7,7 %. Das Gesamtvolumen erreichte 2,112 Mia. Franken. Der Umsatz der HOTELPLAN SWISS GROUP inklusive Interhome sank um 119,6 Mio. Franken oder 10,5 % auf 1,012 Mia. Franken. Der Auslandumsatz ging dagegen nur um 5 % oder 57,7 Mio. auf 1,100 Mia. Franken zurück. Der Anteil des Auslandumsatzes an den Gesamterlösen hat sich dadurch weiter erhöht und beträgt mittlerweile 52,1 %. Insgesamt reisten 2 372 608 Gäste mit Hotelplan, 6,4 % weniger als im Vorjahr.

Sämtliche Auslandgesellschaften schlossen deutlich besser ab als erwartet. Insbesondere die Gesellschaften in Italien, in England und auch die Interhome Gruppe erwiesen sich als deutlich marktresistenter als andere Konzernbereiche. Die in den vergangenen Jahren erfolgten Redimensionierungen, Reorganisationen und Investitionen tragen jetzt – insbesondere im schwierigen Marktumfeld – ihre Früchte. «Das Resultat der Ausland- und Tochtergesellschaften werten wir als erfreulich. Wir orten hier aber auch weiteres Potenzial», betonte Konzern-Chef Claus M. Niederer an der Bilanz-Medienkonferenz.

Als einzige Auslandgesellschaft erzielte Hotelplan England bekannt unter dem Namen Inghams ein Umsatzplus von 10,8 % und positionierte sich als am ertragreichsten. Die EBIT-Rate beläuft sich auf stolze 11 %. Um 2,6 % steigerte auch die Interhome Gruppe den Umsatz (+ 4,7 Mio. Franken). Holland und Italien, dort insbesondere die Gesellschaft Turisanda konnten deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Holland verwandelte das Minus vom Vorjahr in ein Plus. Frankreich erfüllte aufgrund einer Sonderabschreibung die Erwartungen nicht ganz. Die HORIZONTE Hotels und Ferienanlagen blieben nur knapp unter dem Ergebnis des Vorjahres. Der Anschlag in Djerba und rückläufige Zahlen auf den Malediven waren die Gründe dafür.

Bei der Umsatzverteilung nach Ländern hat sich der Trend der letzten Jahre fortgesetzt. So wurden nur noch 47,9 % (Vorjahr 49,4 %) des Umsatzes von den Unternehmen in der Schweiz getätigt. Die Spitzenposition der Auslandgesellschaften bezüglich Umsatzanteil konnte Italien mit 15,9 % weiter ausbauen, gefolgt von Holland (15,0 %) und England (14,6 %), das aufholte.

Die nach Aktivitäten segmentierten Umsatzanteile zeigen folgendes Bild: Das Touroperating generierte mit 77,6 % (Vorjahr 79,4 %) immer noch den bedeutendsten Anteil. Das Retailing hat weiter zulegen können und erreichte 15,8 % (Vorjahr 14,3 %). Praktisch unverändert sind die Anteile des Commercialgeschäftes mit 5,7 % und der Hotels mit 0,9 %.

Betriebsgewinn gehalten – Konzernresultat leicht rückläufig

Der Betriebsgewinn EBIT resultiert trotz markantem Umsatzrückgang annähernd unverändert zum Vorjahr. Mit 29,54 Mio. Franken ergibt dies eine Marge von 1,4 %. Der Konzerngewinn beträgt 20,0 Millionen Franken und ist damit 11,0 % tiefer als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist steuerlich bedingt. Nicht abzugsfähige Aufwendungen und die Erhöhung des Durchschnittssatzes von 20 % auf 21 % auf den unversteuerten Reserven haben zum erhöhten Steueraufwand geführt.

Bauliche Erweiterungen in bestehende Hotelanlagen, Expansionsvorhaben in komplexe Informatik-Projekte, die Gründung (70 % Anteil) der Marti Reisebüro AG sowie die Realisation des neuen Hauptsitzes in Zürich-Glattbrugg liessen die Investitionen auf 50,6 Mio. Franken ansteigen, was einer Zunahme von 64 % entspricht. Der Cashflow beträgt 48,7 Mio. Franken. Damit konnten die Investitionen knapp nicht aus den eigenen Mitteln finanziert werden. Die liquiden Mittel betragen 271,9 Mio. Franken, das Eigenkapital 214,2 Mio. und dessen Anteil an der Bilanzsumme 36,0 %.

Der Hotelplan Konzern ist damit kerngesund finanziert und kann die umfangreichen und entsprechend kostenintensiven Zukunftsprojekte im Bereich EDV und Reservationssystem, aber auch den baldigen Wechsel in ein neues Bürogebäude problemlos aus eigener Kraft finanzieren.

HOTELPLAN SWISS GROUP am meisten gelitten

Walter Güntensperger, Geschäftsleiter der HOTELPLAN SWISS GROUP, legte an der Bilanz-Medienkonferenz dar, warum die rückläufige Nachfrage vor allem die Gesellschaften in der Schweiz zu spüren bekamen. Der realisierte Umsatz von 1,043 Mia. Franken bedeutet einen Rückgang um 7,9 %. Von der Umsatzeinbusse sind mit Ausnahme von Tourisme pour Tous TPT, dem Spezialisten in der Romandie, alle Marken betroffen. Entsprechend der Umsatzentwicklung hat auch die Passagierzahl abgenommen, um 5,9 % auf 832 100 Gäste.

Das Gesamtvolumen verteilt sich auf die einzelnen Unternehmungen wie folgt: Hotelplan 793,1 Mio. Franken (-7,6 %), ESCO-Reisen 160 Mio. (- 30,6 %), Tourisme pour Tous TPT 44,6 Mio. (+ 2,9 %) und Marti Reisen 45,4 Mio. Der starke Rückgang bei ESCO hat vor allem buchhalterische Gründe: Die Retail-Umsätze (Drittprodukte) der ESCO-Filialen werden neu bei Hotelplan ausgewiesen.

Den gleichen negativen Trend musste das Touroperating verzeichnen. Die Gästezahl sank hier sogar um 11,8 % auf 587 900 Personen. Das Umsatztotal erreichte CHF 745,6 Mio., 14,4 % weniger als im Vorjahr. Verteilt auf die einzelnen Marken bedeutet dies: Hotelplan 371,5 Mio. Franken (-16,6 %), ESCO-Reisen 144,9 Mio. (-23,5 %), M-travel 184,6 Mio. (-3,6 %), Tourisme pour Tous TPT 44,6 Mio. (+2,9 %).

Einbruch im Badeferien-Segment

Für die negative Entwicklung ist primär der Einbruch im wichtigen Badeferien-Segment, insbesondere bei Familien mit Kindern, verantwortlich. Dieses Phänomen zeigt sich sowohl bei Hotelplan als auch bei ESCO und ist durchs Band weg an allen bedeutenden Destinationen zu spüren. Zusätzlich erschwerend war der Anstieg des Last-Minute-Anteils in diesem Segment. Er stieg von 20 % im Vorjahr auf 30 %. Am Gesamtumsatz erreichen die Badeferien Pauschalangebote weiterhin stolze 58 % (Vorjahr: 62 %), was deren Bedeutung für das Gesamtergebnis unterstreicht. Im Gegensatz dazu entwickelte sich die Nachfrage im Individualmarkt (A-la-carte Angebote) zufrieden stellend. Der Umsatz erreichte hier beinahe Vorjahresniveau.

Der Umsatzrückgang bei der Dachmarke Hotelplan um 16,6 % auf 371,5 Mio. Franken ist neben der schlechten Nachfrage bei den Badeferien auch auf den Einbruch bei Reisen in die USA zurückzuführen. Trotzdem blieben die USA unter der Marke Hotelplan umsatzstärkste Ferndestination. Bei den Badeferien gehörten Tunesien, Ägypten, Zypern und Kuba zu den Verlierern.

Umsatzstärkste Ferienländer sind bei Hotelplan Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland. Aufsteiger des Jahres waren Thailand, Deutschland mit dem Europa-Park in Rust, Schweiz mit den Ferien im Schnee und Australien.

Gut entwickelt haben sich die Kurz- und Städtereisen mit den Freizeitparks, der Flight Shop, die erdgebundenen Reisen von Autoplan und die segmentieren Angebote wie Wellness oder Golf.

HOTELPLAN SWISS GROUP: Ergebnis ausgeglichen

Im praktisch ausgeglichenen Betriebsergebnis EBIT von 663 000 Franken sind sowohl auf Kostenseite als auch auf Ertragsseite Sonderfaktoren enthalten. So sind Zusatzkosten vor dem Bezug des neuen Hauptsitzes von Hotelplan in Zürich-Glattbrugg entstanden. Zu Buche geschlagen haben auch Vorlaufkosten der Inbetriebnahme der dritten Maschine der Belair, der Boeing 767-300ER für die Langstrecke, die erst ab Winter 2002/2003 eingesetzt worden ist (Geschäftsjahr 2003). Auf der Ertragsseite entstanden mit dem Verkauf der Liegenschaft Habsburgstrasse 9 einmalige Einnahmen. Das effektive Reisegeschäft konnte nicht ganz kostendeckend geführt werden.

Belair bereits mit ausgeglichener Rechnung

Mit der erfolgreichen Lancierung einer eigenen Qualitäts-Ferienfluggesellschaft im November 2001 hat sich Hotelplan einen entscheidenden, strategischen Handlungsspielraum geschaffen. Im ersten Flugjahr wurden 330 000 Passagiere an insgesamt 30 Destinationen befördert. Mit Ausnahme der Vorlaufkosten für die Inbetriebnahme der dritten Maschine (B767) schliesst die Rechnung der Belair bereits im ersten Betriebsjahr ausgeglichen ab. Bei über 3000 Flugstunden pro Maschine erzielte Belair eine zufrieden stellende Sitzauslastung von 84 Prozent. Gleichzeitig hat das Management mit dem Cockpit- und dem Kabinenpersonal einen Gesamtarbeitsvertrag ausgehandelt, der am 1. November 2002 in Kraft getreten ist.

Rechtslage mit ehemaligen Balair/CTA Crews geklärt

Eine weitere gute Nachricht betrifft den Entscheid des Bezirksgerichtes Zürich vom 10. Januar 2003: Im Zusammenhang mit der Gründung der Belair und der Betriebsaufnahme am 1. November 2001 hatte die Vereinigung des Kabinenpersonals kapers verlangt, dass der ehemalige GAV für die Balair/CTA von der Belair übernommen werden müsste. Das Bezirksgericht Zürich hat nun die Klage abgewiesen. Nachdem die Berufungsfrist ungenutzt abgelaufen ist, ist die Rechtslage definitiv geklärt.

Ausblick 2003

Hotelplan hat sämtliche Vorkehrungen getroffen, um auf die nach wie vor unsichere Marktlage im neuen Geschäftsjahr reagieren zu können. Die Negativschlagzeilen in den vergangenen Wochen haben zu einer markanten Nachfrageflaute geführt, nachdem in den ersten beiden Monaten des neuen Geschäftsjahres die Buchungen sehr erfreulich verliefen und über Vorjahr lagen.

Bianca Gähweiler

Head of Corporate Communications

Bianca Gähweiler

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